Lieferscheine bearbeiten mit Wartezeit

Es handelt sich um eine Erweiterung des Fensters "Lieferscheine bearbeiten". Das zu verwendende Fenster können Sie über "Extras - Optionen - Eingabefenster (bei Lieferscheinerfassung)" einstellen. Die Fenster unterscheiden sich hinsichtlich der enthaltenen Datenfelder und deren Reihenfolgen. Die prinzipielle Funktionsweise ist bei allen gleich; sehen Sie dort: Lieferscheine bearbeiten.

Dieses Fenster enthält zusätzlich zwei weitere Eingabefelder und einen Schalter.
Mit Ankunft und Rückfahrt geben Sie die Zeitspanne am Tag der Lieferung ein, in der das Fahrzeug an der Baustelle war. Sie können die Uhrzeit auch abgekürzt eingeben, zum Beispiel "9 10" für 9 Uhr und 10 Minuten; als Trennzeichen werden außer dem Doppelpunkt auch Leerzeichen, Punkt und Komma akzeptiert. Oder Sie geben die Uhrzeit ohne Trennzeichen 3- oder 4-stellig ein: "845" für 8 Uhr und 45 Minuten. Die Zeitangaben werden bei der Eingabe nur auf syntaktische Richtigkeit geprüft. Gegebenenfalls wird der folgende Schalter aktiviert.

Der Schalter Wartezeit berechnen wird aktiviert, wenn beide Uhrzeiten eingegeben und syntaktisch richtig sind und wenn die zweite größer als die erste ist. Außerdem muss in den Optionen eine Artikelnummer für die Wartezeit eingetragen sein und dieser Wartezeitartikel muss vorhanden sein. Der Lieferschein darf noch nicht berechnet sein.
Bei Betätigung des Schalters ermittelt das Programm die Wartezeit. Wenn eine anrechenbare Wartezeit vorliegt, fügt das Programm eine Aritkelposition mit dem Wartezeitartikel ein. Die Wartezeitermittlung erfolgt folgendermaßen:

A. Methode bis April 2014:
  1. Aus der Differenz zwischen Ankunft- und Rückfahrt-Zeitpunkt ergibt sich die Aufenthaltszeit des Fahrzeugs an der Baustelle in Minuten.
  2. Es wird die erste Lieferscheinposition gesucht, bei der es sich um einen Produktionsartikel handelt. Deren Menge wird verwendet. Wenn es keine Produktionsartikel-Position gibt oder wenn deren Menge Null ist, dann gibt es keine Wartezeit.
  3. Es wird die Mindestmenge ermittelt, und zwar auf demselben Weg wie bei der Mindermengenberechnung für automatischen Lieferscheinpositionen. Wenn diese Mindestmenge größer als die Menge der betroffenen Lieferscheinposition ist, dann wird mit dieser (größeren = Mindest-) Menge weitergerechnet. Diese Erhöhung (Mindestmenge statt Lieferscheinmenge) kann jedoch in den Optionen durch das Häkchen "aus echter Menge" abgeschaltet werden; die Wartezeit kann dadurch höher werden als ohne das Häkchen.
  4. Es werden die beiden Felder "Durchsatz" und "berechnen ab" ermittelt. Der Durchsatz ist in der Mengeneinheit wie die Artikelposition, bezogen auf eine Stunde, angegeben. Es gilt folgende Ermittlung/Vorrangregel:
    Es wird die Eigen-Produktgruppe des Artikels verwendet. Gültigkeitsspannen werden nicht berücksichtigt. Die Felder werden unabhängig voneinander belegt. Beispielsweise kann das Feld "Durchsatz" in den Sonderkonditionen und "berechnen ab" in der Produktgruppe definiert werden. Mit höchstem Vorrang wird in den Sonderkonditionen der Baustelle gesucht. Wenn eines der beiden Felder Null ist, wird in den Sonderkonditionen der Rahmenbaustelle weitergesucht. Die Ermittlung der Rahmenbaustelle erfolgt so wie an anderen Stellen (Berücksichtigung des Rahmenwerkes, der Rahmenregion, ohne Einschränkung). Wenn immer noch eines der beiden Felder Null ist, dann wird das Feld (oder werden die Felder) aus den Produktgruppendaten belegt. - Achtung: Wenn für einen Kunden, eine Baustelle oder Rahmenbaustelle und eine Produktgruppe mehrere Datensätze existieren, dann wird ein beliebiger Datensatz verwendet.
  5. Wenn der Durchsatz Null ist, gibt es keine Wartezeit.
  6. Die Menge dividiert durch den Durchsatz und multipliziert mit 60 ergibt die Entladezeit in Minuten. Die Standzeit vermindert um diese Entladezeit ergibt die Wartezeit.
  7. Die ermittelte Wartezeit wird nicht verwendet, wenn sie unter dem Wert "berechnen ab" liegt.


B. Methode ab April 2014
- Der Zeitbedarf in Minuten je cbm (= spezifische Zeit) wird vorgegeben, entweder in der Produktgruppe oder in einer Sonderkondition
- Zur Information wird bei der Eingabe/Anzeige auch der daraus errechnete Durchsatz als Kehrwert der spezifischen Zeit (60/spez.Zeit) angezeigt, zur Berechnung aber nicht verwendet
- Die Höhe Wartezeit ergibt wahlweise nach einem der folgenden beiden Wege:
- a) absolut aus der Menge der Produktionsposition multipliziert mit der spez. Zeit
- b) relativ, indem die lt. a) ermittelte Menge von der tatsächlichen Standzeit abgezogen wird; die Standzeit ist die Differenz zwischen Rückfahrt und Ankunft auf der Baustelle
- Wenn schon eine Wartezeitposition vorhanden ist, wird die neu errechnete Wartezeit zur vorhandenen addiert oder von ihr abgezogen
- Die spezifische Zeit kann auch negativ eingegeben werden und damit von einer bisher vorhandenen Wartezeitposition abgezogen werden

Übersichtshalber werden nochmals Unterschiede im Berechnungsweg aufgeführt:
  • Bei der Mindestmengenberechnung wird die Produktgruppe abhängig vom Fremdkennzeichen des Lieferscheines verwendet. Hingegen bei der Wartezeitermittlung wird die eigene Produktgruppe verwendet.
  • Bei der Mindestmengenberechnung (und an vielen anderen Stellen) wird beim Zugriff auf die Sonderkonditionen die Datumsspanne beachtet und mit dem Lieferscheindatum verglichen; das geschieht hier nicht; hier wird ein beliebiger Datensatz verwendet
  • Die Mindestmenge wird jeweils verwendet, wenn das zugehörige Häkchen "Mindestmenge verwenden" gesetzt ist; eine vergleichbare Einschränkung gibt es bei der Wartezeitermittlung nicht. Daher kann die Mindestmenge auch in einer Einstellung mit höherem Vorrang explizit auf Null gesetzt werden.